Corona könnte das Lernen und Lehren revolutionieren

Blog - 01 Corana

Corona könnte das Lernen und Lehren revolutionieren

Jetzt ist unsere Chance, digitales Lernen entscheidend voranzubringen.

Vielleicht werden wir in einigen Jahren sagen: Durch Corona haben wir es geschafft, digitales Lernen an Schulen endlich zur Normalität zu machen. Denn was sich nun im Härtetest zeigt, hat sich auch vorher schon angedeutet: An Deutschlands Schulen wurde die Digitalisierung verschlafen. Lange wurde es bemängelt, zögerlich reagiert und dabei Digitalisierung häufig auf Hardware reduziert. Und jetzt das. Zack, innerhalb weniger Stunden kündigt ein Bundesland nach dem anderen Schulschließungen an. Eine große Herausforderung für Schulen und Lehrkräfte. Wie lässt sich Lernen digital gestalten? Wie funktioniert Fernunterricht? Es gibt bereits viele Ideen, Antworten und Erfahrungen und eine erhöhte Bereitschaft, Neues auszuprobieren. Das ist eine große Chance für unser Bildungswesen!

Es braucht pädagogische Konzepte für Online Unterricht

Nun stehen Lehrkräfte und Schüler*innen vor Unterrichtsausfällen – und es braucht dringend pädagogische Konzepte für digitales und online basiertes Lernen. Und das gilt nicht nur für Abiturient*innen, von denen zurzeit besonders viel die Rede ist. Um die soziale Ungleichheit nicht zu verstärken – und wir wissen nicht, wie lange die Situation noch anhalten wird – müssen jetzt schnell umfassende Angebote und digitale Lernräume für alle Schüler*innen geschaffen werden. Denn sonst lassen wir all jene Kinder und Jugendlichen zurück, die der Schulausfall am härtesten trifft: Diejenigen, deren Eltern ihnen nicht bei den Hausaufgaben helfen können und für die die Lernbegleitung durch Lehrkräfte und die Gruppe essentiell ist.

Aus der Not eine Tugend machen

Doch jetzt ist keine Zeit zum Verzweifeln – jetzt ist die Zeit, aus der Not eine Tugend zu machen und neue Wege zu gehen. Viele Lehrkräfte suchen derzeit nach kreativen Lösungen, digitale Lernmöglichkeiten zu schaffen, wie beispielsweise auf Twitter unter Hashtags wie #twitterlehrerzimmer oder #unterrichtdigital und in diversen Beiträgen Tim Kantereit hat dazu eine große Sammlung an Methoden und Tools  zusammengestellt. Nutzen wir die Energie und die Bereitschaft, die gewohnten Pfade zu verlassen, um auszuprobieren, was möglich ist. Wir können nur gewinnen, denn die Alternativen sind Unterrichtsausfall und eine Verstärkung der Bildungsungleichheit.

Die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleiter*in ist unabdingbar

Aber wie funktioniert guter Online-Unterricht? Wichtig ist, wie sonst auch: Im Zentrum steht der/die einzelne Schüler*in. Methoden müssen mit dem Ziel eingesetzt werden, Lernräume zu schaffen und einen Rahmen für aktives Selbstlernen und Peer Learning bieten. Gerade beim Online lernen zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Lehrkräfte als Lernbegleiter*in für ihre Schüler*innen da sind, die die Lernprozesse anregen und unterstützen, denn Frontalunterricht ist hierbei keine Lösung.

Vielseitige Möglichkeiten für Live und Online Unterricht

Die Möglichkeiten sind dabei vielseitig. Mit Live-Unterricht für die ganze Klasse (in online Seminaren funktioniert das schon seit langem), mit Gruppenarbeit über Gruppen- und Videochats, mit Plattformen und Clouds, in denen Schulklassen und Gruppen diskutieren und Material austauschen und gleichzeitig an Dokumenten arbeiten können. Es gibt viele gute Tools für schriftliche und kreative Zusammenarbeit online, wie z.B. ZUMpad oder Padlet. Mehr Informationen über einzelne Tools gibt es in unserem online Seminar „How to – Tipps zu Technik & Software für Online Unterricht„.

Konzepte wie Flipped Classroom – in denen sich Schüler*innen Inhalte zunächst multimedial selbst aneignen, die anschließend in der Klasse oder in Gruppen, zum Beispiel in einer Live-Session, besprochen und weiter bearbeitet werden – können nun eine geeignete Methoden sein, um trotz fehlender physischer Präsenz alle Schüler*innen auf ihrem Lernweg mitzunehmen und zu begleiten.

Neue Lernformen nutzen

Jetzt ist aber nicht nur der Moment gekommen, in dem wir auf digitales Lernen umstellen sollten und müssen. Vielmehr haben wir jetzt die Chance, alternative Lernformen stärker zu nutzen und auszuprobieren. Die Schüler*innen erleben viel und befinden sich durch die Corona Krise in einer Ausnahmesituation. Es ist nur zu verständlich, wenn das Abarbeiten von Arbeitsblättern und das Lesen von Schulbuchtexten ihnen schwerfällt. Stattdessen können wir sie jedoch mit projekt- und problemorientierten Formaten, mit forschendem und entdeckendem Lernen motivieren, neue Lernerfahrungen zu machen. Dabei herauskommen können Projekte – vielleicht ja sogar ein solidarisches Projekt für besonders Hilfebedürftige in der Krise? – oder kreative Formate wie z.B. Podcasts und Videos. Dabei ist die Zusammenarbeit in Gruppen mit anderen Schüler*innen zentral. Denn gerade jetzt, wo viele Kinder und Jugendliche nur wenig das Haus verlassen können, sind Austausch und soziale Erlebnisse mit Peers unglaublich wichtig.

Den Moment für Innovation und Kreativität nutzen

Covid-19 ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Wir müssen jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen – Kultusministerien, Schulbehörden, Schulen, Lehrkräfte, Schulleitungen, Schüler*innen und alle Menschen, die derzeit Kinder und Jugendliche beim Lernen unterstützen können. Viele Lehrkräfte machen damit einen Start und unterstützen sich gegenseitig, sie tauschen sich über die sozialen Medien, Blogs und Podcasts über Erfahrungen und Möglichkeiten aus. Wir haben jetzt eine vielleicht einmalige Chance: Wenn wir den Schwung, die Innovationskraft und Kreativität des Moments nutzen, können unsere Schulen gestärkt aus der Krise hervorgehen.

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